sinnverwandt

ich, du, er sie es, wir, ihr, sie

the world keeps turning

gedanken kommen und gehen, ängste kommen und gehen, menschen kommen und gehen.

… und es ist alles ein ewiges ausprobieren, versuchen, sein bestes geben. ich bin froh nicht in lethargie zu versinken, anscheinend entspricht das nicht meinem naturell. ständig kommen mir neue ideen, ständig packe ich etwas neues an. habe einen neuen freund gefunden, der wirklich ganzschön cool ist. habe wieder mit sport angefangen und ziehe mein programm bis jetzt ohne pause durch. das tut gut – zu fühlen, was mein körper alles kann, wieviel er aushält.

dennoch – die angst vor dem tod bleibt, die angst vor krankheiten bleibt. jeden abend ist mir schlecht. der gedanke, dass es diesmal doch etwas ernstes sein könnte, packt mich doch jedes mal wieder. ich frag mich, ob ich das nochmal wegbekomme.

aber wie propagandiere ich selbst immer? „keine phase dauert ewig“

und so wird es auch sein. ich kämpfe mich raus. die tage sind besser als die abende. ich bewege mich viel, habe hoffnung. ich habe große angst, ja… aber ich muss einfach mutiger sein und weiter ausprobieren, versuchen und mein bestes geben. die welt dreht sich weiter!

frühling im januar

yay… bin noch da

gutgutgut. okayokayokay. so schlimm ist es nicht oder? nicht ganz so schlimm. los, kneif die arschbacken zusammen und halt die luft an! alles oke? ja… jawohl!

meine mutter ist krank. dolle. wir wissen nicht was. sie will nicht zum arzt. mein bruder versucht ihr ins gewissen zu reden. ich habe keinen kontakt mehr zu ihr. vor nem jahr ca. abgebrochen. ging einfach nicht. sie drehte immer mehr durch und ich konnte da nicht zuschauen. ich kann sie ja schwer entmündigen lassen, nur damit sie zum arzt geht. alberne, beschissene welt!

okay… also mein bruder kümmert sich drum.

mit job. keine ahnung. mein chef hat sich gemeldet mit einer dicken entschuldigung und er wills mir gerne noch erklären wieso und weshalb. jajaja, okay. kannste machen. aber erstmal muss ich mich wieder zusammenbauen, wegen der mutter-geschichte. dann hör ichs mir an und werde meinen senf dazugeben.

mein freund und ich sind jetzt zerstritten. ich bin verletzt, weil er gestern einfach über meine gefühle drübergelatscht ist. er ist nun angepisst, weil er sich jetzt wie der schuldige fühlt. immer diese scheiße. letztens genau das gleiche andersrum. ich hab ihn verletzt aus versehen, weil er nen gemeinen spruch machte. aber ich war fieser – definitiv. also hab ich des einfach mal geschluckt und mich einfach mal entschuldigt. weil ich ihm nicht wehtun wollte und mir das leidtat. ganz simpel, ganz einfach! aber irgendwie geht das bei ihm nicht. es muss dann ein drama gemacht werden “wieso und warum” und “wie er sich nun dabei fühlt” und “blablabla”

ein: “sorry, wollte dir echt net wehtun. war nich mit absicht. habs einfach verpeilt.” würde alles sofort klären. aber nein – aber nö – na gut.

zieh ich mir das auchnoch rein. auch oke. beschissener tag. beschissene probleme die IMMER IMMER alle auf einmal kommen! kacke!

und dann kam die nacht…

als ich vorhin von der arbeit nach hause kam, dachte ich, wie lieb sich mein freund um mich kümmert… er sagte die richtigen dinge, kochte mir essen und nahm mich in den arm.
als ich mit meinem bruder telefonierte und zitternd auf dem sofa saß, musste mein freund los, weil er sonst das konzert verpasste.
als es halb eins war, rief er an, fragte wie es mir geht (“fertig”) und sagte, das er noch auf ein kurzes bier mit den anderen weitergeht.
ich wartete auf ihn und als es zwei uhr war, rief ich ihn an. laute partymusik, er ruft irgendwem zu, dass er kurz mal
raus muss, ich lege auf.
ich liege im bett, weine und bin verletzt. er weiß wie wichtig mir der job war, wie wichtig das thema mit meiner mutter ist, wie schlimm mein tag war.
er weiß das alles – wieso scheint es trotzdem egal zu sein?

und nun gehe ich schlafen

gute nacht

und dann rief mein bruder an

eigentlich war der abend schon im arsch. eigentlich wollte ich die welt aussperren. eigentlich hatte ich echt keinen bock mehr auf diesen freitag, der auchnoch ein dreizehnter war. himmel – ging mir das auf die nerven.
aber mein bruder hat mir am tag zuvor schon eine mail geschickt. er müsse mit mir reden. überfall und so. ob meine nummer noch aktuell wäre.
ja, meine nummer ist noch aktuell, ich geb dir gleich die festnetz dazu, damits net teuer is und sag auch, wann ich heute abend erreichbar bin.
aber in mir ist ein kleines monster aufgewacht und frisst sich durch meine nerven. happs happs happs… und die angst schlängelt sich durch den kanal, das das monster gefressen hat, bis sie sich durch meinen ganzen körper windet.

zwei jahre haben wir nicht miteinander gesprochen. so um und bei. nein, wir haben uns nicht zerstritten. wir führen nur sehr unterschiedliche leben, wohnen nicht in der gleichen stadt und ich glaube, ich erinner ihn sehr an unsere dämliche kindheit und vermurkste familie. naja. net schlimm… nur schade.

jedenfalls weiß ich, dass was passiert sein muss. wahrscheinlich mit unserer mutter. die mutter, mir der ich keinen kontakt mehr habe, seitdem sie einfach völlig durchgedreht ist und mir wirre mails und sms schickte. mich beleidigte. zuschaute, wie ihr stalkender ex-freund mich wegen durchgeknallten gründen verklagte, nur um ihre aufmerksamkeit zu bekommen.

ja… ich wusste, es wird um sie gehen. so war es auch. er rief an und fragte, wieso ich damals den kontakt abbrach. ich meinte, dass es eventuell keine gute idee ist, wenn er sich in das thema einklinkt und sich damit belastet.

aber es ging um was anderes… naja, eigentlich nicht. denn diese seltsamen, wirren mails und sms. das komische verhalten. die vorwürfe. seitdem ich nicht mehr in dem leben meiner mutter präsent bin, bekommt mein bruder all das ab und es wird immer krasser. er macht sich sorgen, weiß nicht wie er damit umgehen soll – und er wollte wissen, ob ich das auch bemerkt hätte.

ohja.

und jetzt? ich hab ihr schon vor 1000 jahren gesagt, dass sie zum arzt muss. jaja, hat sie gesagt, mach ich. und nichts passierte…

wir telefonieren lange. ich zittere die ganze erste stunde, beiße die zähne zusammen, muss den hörer mit beiden händen halten, damit er vom zittern nicht zu stark erfasst wird.

er wird es ihr sagen. das sie hilfe braucht und er sie ihr nicht geben kann. er wird die karten auf den tisch legen und anbieten ihr bei der arztsuche zu helfen. das ist gut. das ist super. mein bruder ist da cooler. er hat ein dickeres fell als ich. wahrscheinlich auch verdrängung – aber hey: zumindest ist er jetzt in der lage ihr hilfe anzubieten. ich konnte das nicht so konkret… aber die geschichte von mir und meiner mutter ist auch anders, ich bin anders als mein bruder… und ich hatte damals niemanden mit dem ich das thema besprechen konnte. ich bin echt durchgedreht deswegen.

nun bin ich voller sorge. ist das was körperliches? ist es was ernstes? sind das die nerven? kann man ihr helfen? wird die verwirrtheit immer schlimmer werden? die aussetzer, die aggressionen? wird sie zum arzt gehen? wird sie sich helfen lassen? wird sie sich was antun?
ich habe echt angst, dass sie sich was antun könnte – sie kann so verzweifelt sein, ihre augen sind dann so voller angst. ohweia… ohweia…

und da bin ich wieder: ein vier jahre altes mädchen, dass ihre mutter nur beschützen will vor der ganzen welt. da bin ich wieder.

diesmal bin ich aber erwachsen. ich bespreche mit meinen bruder das weitere vorgehen. er hält mich per mail auf dem laufenden. ich lege auf und kontaktiere meine freunde. erzähle, was passiert ist. hole mir feedback, lasse mich beruhigen. irgendwann ist mir nicht mehr kotzübel.

das ist gut. nun gehts mir nurnoch „normal“ schlecht. das ist gut.

und der abend ist im arsch

weil ich eigentlich dachte, dass ich plötzlich einen job hätte… was aber doch nicht der fall ist. mein chef ist mit seinem angebot zurückgerudert, weil er vielleicht doch jemand braucht, bei dem nicht die gefahr besteht wegen ner panikattacke den halben tag auszufallen und weil seine neue freundin nicht damit klarkommt, dass er dann eine weibliche angestellte hat.
was soll ich dazu sagen? punkt eins kann ich wohl verstehen, wobei er von meinen psycho-baustellen auch VORHER wusste und wir das sogar besprochen haben! punkt zwei ist aus meiner sicht komplett für den arsch – aber sowas von komplett! für so ne eifersuchtsgeschichten am arbeitsplatz habe ich einfach kein verständnis. das ist nicht meine welt.
nun bin ich traurig, enttäuscht und alles… ich dachte… ich dachte, dass wäre DIE chance für mich! eine arbeit die ich super finde, einen chef der supernett ist und um meine macken weiß – die möglichkeit wieder eigenes geld zu verdienen, wieder zu arbeiten, wieder „reinzukommen“.
und nun ist es hin… die hoffnung, die vorfreude… klar hatte ich angst, ob ich das hinbekomme, klar hatte ich zweifel, ob ich mit der verantwortung arbeiten kann. eine feste zusage zu machen „ja, ich arbeite von dann bis dann und schaffe das!“. der innere druck, der dann einsetzen kann, ist nicht leicht zu händeln.
aber ich wollte es ausprobieren! wollte die chance ergreifen und nicht kneifen! ich hab mich drauf gefreut, verstehst du? ich hab mich echt drauf gefreut! ich fand es unheimlich heilsam, als mein chef zu mir kam und sagte: „er hört auf, du kannst seinen job haben! ja, ich kenne deine schwächen, aber ich biete dir den job trotzdem an, weil du bist wie du bist!“
wow – fand ich das toll! tat das gut! hey… super… mannomann! alle meine freunde haben sich für mich gefreut, haben genickt, mir in die augen geschaut und gesagt: „siehste? nun heißt es nurnoch zupacken!“
und nun werden sie mich nach und nach danach fragen. nach der chance… und ich werde ihnen erklären müssen, wieso ich vorhin aufm heimweg die tränen wegblinzeln musste.

tumblr – wordpress – twitter

ich blogge bei wordpress, ich tweete bei twitter… und bei tumblr mach ich nochmal was genau? sowas dazwischen? blogeet? oder wie? oder was?
naja… hm. ich bin da grad erst aufgeschlagen. weiß garnicht mehr wieso und warum. aber ich melde mich ja überall erstmal auf prinzip begeistert an. somit auch dort. vielleicht mag mir jemand mit seinen eigenen worten erklären, was da abgeht und wem ich folgen soll und was ich darf und was nicht…. mep!

 

manchmal

manchmal kracht einfach so ein mensch in mein leben. jemand den ich kenne. von früher. aus den wilden zeiten. er meldet sich einfach so und fragt nach mir. das macht mich fertig. das macht mich kirre. das macht mich sprachlos. das macht mich neugierig.
dann stehe ich da und sage: „ja bitte?“ und 1000 gedanken schießen durch kopf und bauch. wieso weshalb warum – wer nicht fragt bleibt dumm.
also frage ich: „wieso?“

und nun warte ich auf die antwort. das macht mich fertig. das macht mich neugierig.

ich möchte ein eisbär sein

da war dieser besuch auf dem flohmarkt. im sommer. freunde verkauften dort, wir besuchten sie und schlenderten noch so ein wenig herum. schauten uns dies und das an und wendeten uns hier und dorthin. dann war da ein fahrradladen für klassische, gebrauchte räder. ich ging hinein und machte einen dummen spruch richtung besitzer und zu meiner freude kam ein noch dämlicherer spruch zurück. also fragte ich nach einem platz als praktikantin – mein voriger platz als schneiderin bot mir langsam nichts mehr zum lernen.
nun, ich fragte, er sagte „ja“ und ich fing an mir die finger dreckig zu machen. schrauben, öl, naben, felgen, reifen, schaltungen, rahmen… und mein chef und mein kollege waren die geborenen trash-talker. wir hatten viel spaß und redeten ne menge mist. doch dann kam der tag, der die ganzen letzten monate veränderte. die panik kam und ging nicht mehr… tagelang.
ich konnte nicht mehr arbeiten, nicht mehr aus dem haus, nicht mehr essen, nicht mehr schlafen. ich war unsagbar traurig. mein leben hatte sich gerade so gut und richtig angefühlt. nun konnte ich nichts mehr. ich blieb dennoch im kontakt mit meinem chef, er weiß was mit mir los ist, kennt meine panikattacken und ende letzten jahres konnte ich wieder ein wenig helfen. doch nun hört mein kollege ende januar dort auf und unglaublicherweise habe ich seine stelle angeboten bekommen. fünf stunden täglich… das ist eine menge für mich. die verpflichtung, die verantwortung, das risiko zu versagen.
es wäre dumm es nicht zu versuchen oder? ach… ich möchte ein eisbär sein…